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Strategische Ausrichtung und Forderungen des SWV

Lebens- und Arbeitswelten - Eine Gesellschaft dreht sich

So wie sich der Begriff der „Gewerkschaft" in seinem ursprünglichen Sinn, als Zusammenschluss der „Herrn Gewerke" also der Unternehmer, hin zu der starken Vertretung der Arbeitnehmer und Lohnempfänger gedreht hat, verändern sich Prozesse, Werte, Rahmenbedingungen etc. in unsere Gesellschaft in mehr zunehmenden Tempo.

Die klassische Trennung zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer verschwimmt immer mehr. Unsere Gesellschaft, geführt durch ihre politischen Vertreter, hat die Grenze zwischen diesen Begriffen, und scheinbar getrennten Lebenswelten, porös und durchlässig gemacht.

Der Arbeitsplatz wird vielfach nicht mehr entgegengenommen, sondern selbst geschaffen. Dies birgt eine Fülle an gesellschaftlichen Herausforderungen in sich, welche durch das Abdrängen von klassischen Arbeitsplätzen, hin zu selbständigen Dienstleistern, vielfach generiert wurden. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.

Die Perspektivenlosigkeit auf den heimischen und angrenzenden Arbeitsmärkten motiviert viele Menschen lieber in die Eigenverantwortung als UnternehmerIn am Wirtschaftsleben teilzunehmen, als weiterhin ohne berufliche Perspektive sein zu müssen.

Ebenso entschließen sich heute viele Absolventen von höher bildenden Schulen, Fachhochschulen und Universitäten, sich sofort als Wirtschaftstreibenden in den Wirtschaftsprozess zu integrieren. Die steigende Anzahl und Auslastung von Inkubationszentren untermauert diesen Trend.

Alleine aus der Vielzahl an Gründen, sich für den Weg des Unternehmertums zu entscheiden, kann keine einheitliche Betrachtungsweise, für alle Neugründer getroffen werden. Entsprechend der individuellen Intentionen UnternehmerIn zu werden, müssen auch die Beratungs- und Maßnahmenvorschläge, wie Zukunft gestaltet werden kann, individualisiert werden.

Das Kernproblem liegt nicht in der Entscheidung der Menschen, sondern immer in einer externen Betrachtungsweise, und den daraus resultierenden Ableitungen und Maßnahmen.

Wirksame, zielorientierte und nachhaltige Lösungen für eine Gesellschaft entstehen immer nur aus dem Dialog der Interessengruppen in der Gesellschaft selbst.

Es wird in den nächsten fünf Jahren eine entscheidende Weichenstellung für den Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband sein, innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Oberösterreich diesen Dialogprozess zu starten, an dessen Qualität wir uns auch messen lassen wollen. Denn eine sozial ausgewogene und gerechte Politik ist die notwendige Basis, für eine stabile, gerechte und friedvolle Gesellschaft. Dies gilt sowohl für selbständige als auch für unselbständig Erwerbstätige und kann nur durch eine einheitliche und starke Sozialdemokratie erreicht und gesichert werden.

Zielgruppe EPU's

EPU's machen heute einen mehr als fünfzig prozentigen Anteil an der heimischen Wirtschaft aus. Gerade EPU's verdeutlichen durch ihre Struktur den Wandel der Lebens- und Arbeitswelten am stärksten. Es gibt viele Gründe, warum es zu einem dermaßen hohen Anstieg an EPU's in den letzten Jahren gekommen ist. Jedoch darf bei all diesen Gründen nicht vergessen werden, dass die jährliche Wachstumszahl dieser Betriebe sich mit der entsprechenden Konkursquote die Waage hält.

Gründe für den Weg zum EPU

  •  Verdrängung aus dem Arbeitsmarkt / meist Ausprägung als Ein-Kunden-Unternehmen
  • Erschwerter Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt / Wartezeiten
  • Kreatives Potenzial / Geschäftsidee mit Nischenmarkt
  • Aus der persönliches Lebensplanung heraus (Flexibilität, Ansprüche, Familie, ...)
  • Zusatzverdienstmöglichkeiten zum bereits bestehenden Beruf als Arbeiter oder Angestellter
  • Auflösung von anderen Firmenkonstrukten, und Weiterführung der Tätigkeit als EPU. (z.B. KEG Auflösung,...)

Ziele des Wirtschaftsverbandes

Den verschiedenen Gründungsintentionen muss auch in der übergeordneten interessenpolitischen Zielsetzung Rechnung getragen werden.

Für EPU GründerInnen die aus arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten in die Selbständigkeit gewechselt sind, wird die interessenpolitische Zusammenarbeit mit FSG und AK gesucht. Besonders der Bereich der Scheinselbständigen ist hier intensiv zu betrachten.

Frau in der Wirtschaft

Gerade im Bereich der EPU Unternehmen ist ein immer größer werdender Anteil an Unternehmerinnen feststellbar. Sind diese bereits in dieser Gruppe zu einem Anteil von über sechzig Prozent angewachsen.

War die Wirtschaft vor einigen Jahrzehnten noch rein männlich dominiert, so beginnt sich diese Bild langsam aber stetig an zu drehen. Vielfach trifft aber Frauen in unserer Gesellschaft eine mehrfache Belastung, die aufgrund der aktuell herrschenden gesellschaftlichen Strukturen, immer schwieriger zu bewältigen ist.

Die Generierung von Haushaltseinkommen, die Arbeiten im Haushalt, die Pflege der Familie und die Pflege der sozialen Strukturen fallen nur allzu oft in der multifunktionalen Person „Frau" zusammen.

Ziele des Wirtschaftsverbandes

Eine klare Stärkung der unternehmerischen Frau. Es geht hier nicht nur um Chancengleichheit und gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Vielmehr geht es gerade im unternehmerischen Bereich erst einmal um die etablierte Schaffung von Basiswerten. Es müssen daher folgende, dringend notwendige, Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Einführung einer frauenspezifischen Gesundheitsvorsorge in der SVA
  • Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen für Unternehmerinnen - Besonders im Bereich der Abholzeiten und Ferienzeiten - gerade auch außerhalb der Zentralräume
  • Aus- und Weiterbildungsprogramme mit spezifischen Kurszeiten
  • Positionierung in der WK Landesorganisation Frau in der Wirtschaft

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